Archive für 22.8.2008

Wahrnehmungsräume

Im folgenden wird versucht, ein Ordnungsschema aufzuzeigen, das die „Räume“ systematisiert, in denen ‘wahrgenommen’ werden kann.

1. die ganz normale Welt – durch die Sinne vermittelt
2. die Vorstellungswelt – durch geistige ‘Bilder’ vermittelt
3. die Traumwelt – durch geistige ‘Bilder’ vermittelt

Zwischen 1 und 2 kennt die Gestaltpsychologie einen weiteren Raum, den das Verfahren der gelockerten Reizbindung aufzeigt: Hier werden Reize aus der Außenwelt so weit verunschärft, daß sie sich mit der Vorstellungswelt vermischen. (So wird Verborgenes in der Außenwelt bzw. der Innenwelt des Wahrnehmenden aufgezeigt.)

Der wesentliche Unterschied zwischen 2 und 3 ist die willentliche Steuerung. Regelmäßig folgt die Vorstellungswelt (2) dem Willen, die Traumwelt (3) nicht.

Doch auch hier gibt es Mischformen: Der ‘Tagtraum’ (2) ereignet sich nicht selten unwillkürlich. Umgekehrt kennt die Psychologie unter (3) das ‘lucide Träumen’, das nicht nur Bewußtheit sondern auch Steuerung von ‘echten Träumen’ ermöglichen soll.

Alle drei Wahrnehmungsräume haben prinzipiell mehrere Zugangsmöglichkeiten, hiervon gibt der Abschnitt: ‘Rational ist eben nur rational und nicht mehr‘ Zeugnis…

Diese Systematik ist eine Vorbereitung für die späteren Überlegungen zu Synchronizitäten: Es ist geplant, den drei Wahrnehmungsräumen Synchronizitätsphänomene (bzw. Gleichsinnigkeitserscheinungen) zuzuordnen. (27.08.2008) Der Beitrag ist jetzt geschrieben…

Rational ist eben nur rational und nicht mehr…

Hier möchte ich zwei Grafiken vorstellen, die zeigen, wie bisheriges Denken funktioniert – und wie richtiges Denken funktioniert. Dieses ‘richtige Denken’ ist seit langer Zeit bekannt und wird von verschiedenen Psychologen und Philosophen mit unterschiedlichen Begriffen und unterschiedlicher Schwerpunktsetzung beschrieben (siehe zweite Abbildung).

Das bisherige Denken koppelt:

- nicht-rational mit falsch und
- rational mit richtig. (siehe erste Abbildung)

Diese Einschätzung entstammt der Hybris der linken Hemisphäre, die sich überschätzt aus angstauslösenden Gründen, für die sie selbst blind ist.

Diese Einschätzung ist falsch.

Ich nehme ein Beispiel aus meiner Schulzeit: Friedrich August Kekulé von Stradonitz, ein Chemiker des 19. Jahrhunderts, hat die räumliche Struktur des Benzols entdeckt. Anfangs stand ihm nur eine Summenformel zur Verfügung, die die Bindungen nicht erklärte.

Wie – und wo hat er diese Ringform entdeckt? (vgl. Artikel Wahrnehmungsräume). In einem Traum, in einem nicht-rationalen Raum.

Er träumte von einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt: Damit war aus der Kettenvorstellung des chemischen Stoffes eine Ringform geworden. An diesem Beispiel wird deutlich: nicht-rationales Denken schlägt rationales Denken. Das Tagesbewußtsein des Chemikers ist an der Aufgabe gescheitert. Im Traum ist ihm die Erkenntnis förmlich zugeflogen.

Letztlich ist es nicht nötig, rationales Denken ausschließlich abzuwerten, denn das Denken Kekulés erfüllt bereits die Ansprüche an transrationales Denken: Er hat mit den Mitteln der Synthese beide Zugangsweisen, die traumhaft nicht-rationale und die wissenschaftlich rationale zur richtigen sterischen Formel vereinigt.

Diesen Anspruch muß jegliches Denken erfüllen, wenn es denn richtiges Denken sein möchte.

Merke also: Die Achse ‘richtig und falsch’ ist logisch unabhängig von der Achse ‘rational und nicht-rational’.

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