Archive für 27.3.2008

Beten

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, daß die meisten Gebete etwa auf das selbe hinauslaufen wie:
Lieber Gott, mach, daß eins und eins nicht zwei ist. Wohl wahr…

Dabei ist es doch so einfach, richtig zu beten: Es bedarf nur zweier Wendungen:

Die Bitte um den Segen Gottes und das Dein Wille geschehe. Mehr braucht kein Mensch.

Projektion, Attraktion, Generation

Hinter den drei mächtigen Worten Projektion, Attraktion, Generation verbergen sich die drei Phasen menschlicher Erfahrung. In der ersten Phase sind so gut wie alle Erfahrungen projektiv: In diesem Entwicklungsstadium wird eine innere Welt nach außen projiziert und diese Projektion wird als Realität wahrgenommen. Ganz deutlich: Praktisch nichts vom Erlebten stimmt mit der Wirklichkeit überein. Alles ist vorgestellt. In dieser Phase befindet sich der größte Teil der Menschheit.

In der zweiten Phase trifft der Mensch auf Erfahrungswelten, die seine Projektionen erschüttern und entlarven. Geradezu magnetisch zieht er an (attrahere=anziehen), was er bisher vor sich selbst (und vor anderen) verborgen hat. Er kommt mit den eigenen im Schatten verborgenen Seelenanteilen in Verbindung aber auch mit den Schattenanteilen übergeordneter Seelenstrukturen. Beispielsweise mit dem Familienschatten oder dem Schatten des eigenen Volkes usf. Es gilt in dieser Phase, diese Anteile nicht weiter zu verdrängen oder zu verleugnen, sondern zu bearbeiten. Diese Arbeit gleicht der Arbeit im Augiasstall.

Nach der Phase verblendender Projektion und nach der potentiell klärenden Attraktionsphase kann eine dritte Phase (genere=erzeugen) folgen, die den Menschen in einem tieferen Sinne frei macht: Frei vom Irrtum der Projektion und frei von den durch individuellen oder kollektiven Schatten erzwungenen Läuterungserfahrungen. Hier ist er zum ersten Mal Herr im eigenen Hause und nimmt Teil an einem gestaltbaren und wahren Leben.

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