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Archive für Februar 2008
Borderline, ein besonderer Fall
3.2.2008 von Ralf C Maucher.
Bei Borderline geht es um Persönlichkeitsstörung. Spannend ist bereits der Name: Borderline bedeutet: Grenzlinie. Ursprünglich wurde der Begriff gewählt, weil die ersten Beschreibungen die Krankheit zwischen Neurose und Psychose ansiedelten. Doch die Namensgebung dient nicht nur einem psychologischen Verständnis, sie macht auf besondere Weise auch ein spirituelles möglich.
Doch kommen wir zunächst zum psychologischen: Eine Borderline-Störung wird etwa definiert durch ein „generelles Muster der Instabilität der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Selbstbildes und der Affekte.“ (APA)
Borderliner gestalten aufwendige Nähe-Distanz-Szenarien, in die sie andere Menschen verstricken. Sie werden regelmäßig von unterschiedlichen Bezugspartnern ganz unterschiedlich wahrgenommen. Von Menschen, die sie nicht so gut kennen, erfährt der Borderliner meist Wohlwollen und Anerkennung. Nicht selten löst ein Borderliner in seiner Umgebung Beschützer-Instinkte aus.
Borderliner haben geringe Frustrationstoleranz. Sie versuchen in zwischenmenschlichen Interaktionen an die Macht zu kommen und diese Macht auch zu behalten (besonders die Macht über die Gefühle des anderen). Werden sie in ihrem Anspruch frustriert, empfinden sie nicht selten große Wut, die sie auch bis zur Tätlichkeit und darüber hinaus ausagieren. Sie kennen aber auch meist die Kunst, unterschwellige Botschaften so zu senden, daß extrem negative Gefühle im anderen ausgelöst werden. Dieser weiß manchmal gar nicht, wie ihm geschieht.
Borderliner sind nicht nur bei eigenem Verhalten wankelmütig, sondern häufig extrem unstet in der Beurteilung anderer Menschen: Der selbe Mensch kann im einen Moment auf dem Podest des Helden stehen und kaum später als ein Versager und Betrüger beurteilt werden. Das Gedächtnis eines Borderliners ist unzuverlässig. Erinnert bzw. gespeichert wird meist nur, was im Dienst der Erkrankung steht. So kommt es vor, daß sie lügen, weil die Wahrheit für sie aus seelischen Gründen nicht tragbar ist.
Wo kommt diese Erkrankung her? Psychologisch wird Borderline mit frühkindlichen unsicheren oder aversiv/traumatischen Erfahrungen (wie emotionalem oder körperlichem Mißbrauch) in Verbindung gebracht. Das ist bekannt - ich möchte aber hier einen anderen und spirituellen Beitrag zur Erklärung liefern:
Bei der Beschreibung der Borderline-Seele habe ich die „Angst vor dem Verlassenwerden“ bisher ausgelassen. Obwohl dies ein wesentliches Kennzeichen ist. Das hat seinen Grund: Von der Psychologie wird ein Borderliner als Opfer gesehen. Opfer seiner – siehe oben – unsicheren Bindung zu Mutter (und Vater). Denn daraus habe sich diese übergroße Angst vor dem Verlassenwerden entwickelt.
Aber wie sieht es spirituell aus? Nathan Schwarz-Salant gibt in seinem beindruckenden Werk einen Hinweis: Er sagt etwa, daß es hinter der Borderline-Erkrankung ein kosmologisches/spirituelles Geheimnis gebe. Also, daß die Borderline-Erkrankung im Zusammenhang mit etwas anderem, Spirituellen stehe. Wir müssen also im Überindividuellen suchen.
So wird aus der “Opfersicht” eine karmische Sicht: der Borderliner hat ein Schicksal. Dieses Schicksal hat einen Grund. Ich habe mir Borderline-Erkrankte über einen Zeitraum von mehreren Jahren angesehen. Ich habe ihr Verhalten und ihre seelischen Manipulationen hautnah erlebt. Und ich habe ausreichend Literatur gesichtet sowie seelische Tiefenarbeit geleistet. Ich habe die aktiv- und passiv-Varianten vom Verlassen und das Muster „Angst-Wut-Verlassen-Festhalten“ im Überindivuduellen in Religionen und Mythen gesucht. Es war nicht schwer zu finden.
Exemplarisch nehme ich die Christliche Religion. Sie kennt zwei Fälle von besonderem Verlassen bzw. Verlassenwerden.
1. Den Fall der Engel
2. Die Vertreibung aus dem Paradies (der Fall der Menschheit)
Die erste verlorene Beziehung ist die Beziehung der „gefallenen“ Engel zu Gott. Die zweite verlorene Beziehung ist die der Menschen zu Gott, verursacht eben durch „gefallene“ Engel. Ich stelle jetzt einfach die Hypothese auf: Wenn wir aufhören, zu übersehen, daß menschliches Schicksal in einen größeren Zusammenhang eingewoben ist (eine Resonanz auf beispielsweise archetypische Erfahrungen hat), und einräumen, daß ein individuelles Schicksal aus diesem Grund einen bestimmten Verlauf nimmt, kommen wir dem Kern der Andeutung Schwarz-Salants sehr nahe:
In der wohlwollenden Formulierung:
Borderline ist der in der Verdrängung und Projektion steckengebliebene karmisch bedingte Fehlversuch, den (doppelten) Abfall vom Schöpfungsstrahl innerhalb eines Einzelschicksals zu heilen.
In der weniger wohlwollenden:
Borderline ist die Fortsetzung eines bösen Spiels mit den Menschen. Die Regeln für dieses Spiel stammen von der selben Kraft, die die Menschheit von Gott entfremdet hat. Diese Kraft hat kein Interesse daran, daß die alte Narbe heilt. Immer wieder werden Menschen in Situationen gebracht, in denen sie grundlos negative Erfahrungen machen. (Viele Menschen aus dem sozialen Umfeld von Borderlinern kennen die seelische Verwüstung, die ein Borderliner anrichtet.) Der Teufel rächt sich an den Menschen, weil er seine Verbindung zu Gott nicht halten konnte. Er reißt im einen Fall eine alte Narbe wieder auf, im anderen reißt er neue Narben in offene und unschuldige Seelen. Der “Borderliner” kann das, weil er an der “Grenze zwischen geistiger und körperlicher Welt” lebt - und so einen besonderen, geradezu überlappenden Zugang zur Seele eines anderen hat.
Es ist tatsächlich wahr, wenn ich eine Borderlinerin mit ihrer Aussage in einem psychologischen Interview „Ich bin ein Teil vom Satan.“ zitiere. Mir liegt aber nichts daran, einen Borderliner zu verteufeln. Aber mir liegt viel daran, das Göttliche wahr zu machen. Ob es mit Empathie (die wohlwollende Variante) oder konfrontierender Abgrenzung (die andere Sicht) besser geht, wird die therapeutische Psychologie noch genauer zeigen – und Gott erst recht.
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Denken
3.2.2008 von Ralf C Maucher.
In der Regel folgt menschliches Denken dem Motiv der Frustrationsentlastung. Das bedeutet: Immer, wenn wir mit einem bedeutsamen Sachverhalt konfrontiert werden, versetzt uns diese Konfrontation in einen bestimmten Gefühlszustand. Je nachdem, wie dieses Gefühl jetzt aussieht (angenehm oder unangenehm), werden wir einen Gedanken als richtig und einen anderen als falsch einstufen.
Selbstreferenz: Schon beim Lesen wird sich hier Widerstand zeigen: Wir möchten nicht sehen, daß unser Denken nicht objektiv ist, sondern vorzugsweise dazu verwendet wird, unsichere bzw. unangenehme Gefühle auszubalancieren. Als Leser werden wir also zum Obenstehenden auf Distanz gehen und es lieber als falsch einstufen.
Wie wäre es aber richtig? Richtiges Denken, zu dem der Mensch grundsätzlich fähig ist, wendet bestimmte und am besten offengelegte Wahrnehmungs- und Denkregeln auf zu beurteilende Sachverhalte und Gegenstände an. Diesen folgt es bis zum Schluß.
Denken braucht insofern eine hohe Disziplin, nämlich die Disziplin, auszuhalten, daß eine Einsicht den Gefühlshaushalt belasten kann. Denken benötigt tatsächlich vollständige Frustrationstoleranz.
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Offener Brief an den Erzbischof Marx
1.2.2008 von Ralf C Maucher.
Erzbistum München und Freising
z. Hd. Herrn
Erzbischof Reinhard Marx persönlich
Pacellistraße 8
80333 München
Abwendung von Schaden
Sehr geehrter Herr Erzbischof Reinhard Marx,
bitte erlauben Sie mir folgenden Brief:
Sie haben heute Bayern und Deutschland Treue geschworen*, der Eid bezieht sich auf Gott und die Evangelisten*. Es geht bei diesem Treueschwur unter anderem darum, Deutschland vor Schaden zu bewahren.
Deshalb muß ich mich an Sie wenden: Ich bin mir sicher, daß die Mobilfunktechnologie und andere hochfrequente Technologien den Menschen schaden.
Ich habe Ihnen einen selbstfinanzierten Flyer beigelegt, der auf gemeinverständlichem Niveau eine wissenschaftliche Begründung zum Gesagten anbietet.
Ich bin mir auch fast sicher, daß Sie diese Nachricht nicht ernst genug nehmen werden:
Sie sind ein Mensch und falsche Sicherheiten sind ein weit verbreitetes Problem der menschlichen Seele. Ich sage es Ihnen aber trotzdem, um Sie vor Gott zu binden. Sie werden also nie sagen können, man habe es Ihnen nicht gesagt.
Ich muß mich selbst mäßigen, damit meine Enttäuschung über die Blindheit und Eitelkeit der Kirche nicht zu einem zu unfreundlichen Ton führt. Doch das Thema hat eine derartige Dringlichkeit, daß diese Mäßigung gelingt und ich Ihnen Zusammenarbeit anbiete.
Mit herzlichen Grüßen
Ralf C Maucher, Dipl.-Psych.
P.S.: Der Flyer wählt eine journalistisch-wissenschaftliche Sprache. Die Informationen über das Thema habe ich aber – Sie haben eine Vorstellung davon, was das bedeutet – vom Parakleten erhalten.
P.S. 2: Ich wünsche Ihnen während Ihrer Amtszeit unmittelbare göttliche Führung.
*P.S. 3: Ich kenne MT 5/34. Ich sehe auch hier eine Inkonsistenz zwischen Seinem Wort und Ihrem Handeln.
5/34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht; weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; 5/35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt; 5/36 noch sollst du bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen. 5/37 Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber mehr ist als dieses, ist vom Bösen.
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