Archive für 17.2.2008

Astrologie als Feldtheorie

Wir finden unter den Aphorismen in Lichtenbergs ‘Sudelbüchern’ einen, der etwa sagt: „Es ist ein großer Unterschied, ob man noch oder wieder an Astrologie glaubt.“

Damit ist genial gesagt, daß es drei Entwicklungsstadien bei der Einschätzung der Astrologie gibt. Das erste ist eine irrationale bzw. vorwissenschaftliche Akzeptanz, der zweite eine rational, (schul-)wissenschaftliche Ablehnung, der dritte dann wiederum eine Akzeptanz, die einer anders gearteten ratio folgt und auf ihre Anerkennung durch die Schulwissenschaft wartet.

Was kann hier beigetragen werden zur Öffnung der ratio und der Wissenschaft für astrologische Überlegungen? Das erste, was es braucht, ist eine Änderung der Perspektive, die Wissenschaftstheorie sagt hierzu Paradigma. Wenn wir eine Wissenschaftskriterien standhaltende Astrologie entwickeln wollen, brauchen wir eine Feldtheorie von menschlichem Erleben und Verhalten.

An anderer Stelle wurde schon angedeutet: Wir brauchen ein dreizehndimensionales Modell, wenn wir bei der Betrachtung der Wirklichkeit gegenstandsangemessen vorgehen möchten. Das gilt auch hier: Ein dreizehndimensionales (siderisches) Feld beeinflußt menschliches Verhalten kollektiv und individuell.

Der Stand der Planeten sowie die anderen siderischen Erscheinungen sind Ausdruck für den Zustand dieses Feldes. Je nachdem, welche Qualitäten dieses Feld hat, wird menschliches Verhalten und Erleben geformt bzw. getönt. Diese Aussage gilt für alle Menschen als Kollektiv.

Wenn wir interindividuelle Unterschiede theoretisch erklären wollen, gilt folgendes: Mit der Geburt erwirbt jeder Mensch sein Horoskop. Durch Zeitpunkt und Geburtsort werden die persönlichen Prädispositionen voreingestellt, auf das kollektive Feld zu reagieren.

Ein verkürztes Beispiel: Die Qualitäten des Mars werden mit Durchsetzungskraft oder kriegerischer Auseinandersetzung assoziiert. Bei dem einen Horoskop kann diese Energie in einer flammenden Rede, beim dem anderen mit einem Faustkampf umgesetzt werden. Bei einem dritten vielleicht garnicht, weil die Resonanzfähigkeit auf Mars-Energien bei diesem Menschen nicht oder zu gering ausgeprägt ist.

Zusammengefaßt: Ein dreizehndimensionales Modell von Kosmos und Mensch verhilft der Astrologie zur Möglichkeit, wieder in den Reigen der Wissenschaften aufgenommen zu werden. Sie will als Feldtheorie verstanden sein, die erklärt, daß ein großes, kosmisches Feld kleine, individuelle Felder (Seelen) beeinflußt.

Hinweis am Rande: Die Angst vor der Unfreiheit menschlichen Lebens ist dabei nicht gerechtfertigt: Das individuelle Feld kann - ausreichend qualifiziert - die Auswirkung des kollektiven Feldes beeinflussen – und so Freiheitsgrade gegenüber dem kosmischen Schicksal schaffen.

Im Land der Lügner

Im Land der Lügner
kommt die Wahrheit nicht zu Ruhm;
und höchste Anerkennung findet der,
der dort am tiefsten irrt und lügt.

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